Bruchsal: Störungsfrei? Kein Wunder – mit 28 Litern pro Sekunde bebt höchstens der Gartenschlauch
Bruchsal gilt offiziell als „störungsfrei“. Inoffiziell läuft die Anlage mit einer Fließrate, die jeder Gartenpumpe Konkurrenz macht: 28 Liter pro Sekunde. Das ist kein Kraftwerk – das ist ein Forschungsversuch, der nie erwachsen wurde.
Trotzdem wird Bruchsal seit Jahren als Vorzeigeprojekt herumgereicht. Warum? Ganz einfach: Weil man mit 28 Litern pro Sekunde kaum genug Druck aufbaut, um überhaupt seismisch aufzufallen.
Die Anlage ist winzig: 0,5 Megawatt Strom, 1,2 Megawatt Wärme. Zum Vergleich: Landau, Insheim, Rittershoffen – alle deutlich größer, alle mit seismischen Problemen. Bruchsal dagegen? Ein Zwerg. Ein Zwerg, der sich als Riese verkaufen lässt.
Und genau deshalb kann man hier so schön behaupten: „Die Anlage läuft seit 17 Jahren absolut störungsfrei.“ „Es habe nie seismische Vorkommnisse gegeben.“
Natürlich nicht. Mit 28 Litern pro Sekunde erzeugt man nicht einmal genug Druck, um eine Kaffeetasse zum Wackeln zu bringen.
Bruchsal ist das perfekte PR-Projekt:
• winzige Förderrate
• winzige Leistung
• winzige Eingriffe
• winzige Risiken
• aber maximaler politischer Nutzen
Und genau deshalb wird es jetzt als Beweis verkauft, dass Tiefengeothermie am Oberrhein „sicher“ sei. Dass man „nur gründlich planen“ müsse. Dass „Ingenieurskunst“ alles löse.
Die Realität sieht anders aus:
• Bruchsal ist kein typisches Oberrhein-Projekt.
• Bruchsal ist kein Maßstab für Anlagen mit 70–100 L/s.
• Bruchsal ist kein Beweis für seismische Sicherheit.
• Bruchsal ist ein Forschungsstandort, der nie in die Liga der echten Kraftwerke aufgestiegen ist.
Und trotzdem wird hier gerade die nächste Ausbaustufe geplant: Verdopplung der Wärmeleistung, Ausbau des Fernwärmenetzes, Versorgung von 6.000 Haushalten.
Ob das mit 28 Litern pro Sekunde funktionieren soll? Oder ob man dafür doch irgendwann in die seismisch relevanten Bereiche muss? Diese Frage stellt niemand. Noch nicht.
Bruchsal ist kein „Leuchtturm“. Bruchsal ist ein Laborversuch, der als Erfolgsgeschichte verkauft wird, weil er klein genug ist, um nicht aufzufallen.
Und genau deshalb eignet er sich perfekt für politische Botschaften – aber nicht als Blaupause für Tiefengeothermie im Oberrheingraben.
Ariane Stachowsky


























